Aufbau ATV-Anlage
--- eine Leidensgeschichte ---
Durch die Möglichkeiten des ATV-Betriebes in unserem OV-Clubheim wurde 2008 mein nteresse an dieser besonderen Betriebsart geweckt.
Allerdings stellte sich als erstes die Frage, ob von meinem "unterkünftigen" Standort überhaupt ATV-Betrieb möglich ist. Mit Hilfe der ATV-Spezialisten unseres OV's stellten wir dann fest, daß eine Verbindung mit dem ca. 100km entfernten ATV-Relais Hornisgrinde möglich sein sollte. Tests auf dem 70cm Rückkanal bestätigten die Berechnungen - denn ich kam mit nur 5 Watt an meiner X200 über das Relais.
Also ging es dann an die Auswahl der entsprechenden Geräte. Im Januar 2009 erwarb ich einen 13cm Sender mit 23cm Empfänger sowie eine 13cm Endstufe mit 20Watt Ausgangsleistung. Zu sehen sind diese Geräte links über den Rotor-Steuergeräten.
Ein erster Blick in die Innereien der Geräte offenbarte uns aber eine Katastrophe. Freilustverdrahtungen, schlechte Lötstellen und die Ablage völlig außerhalb der Sollwerte. Aber OM Willi DH3PZ gelang es den Sender zu beleben und ein Test im OV-Heim verlief erfolgreich.
Wie es der Zufall wollte gab ein OM aus unserem OV seine ATV-Aktivitäten auf und vermachte mir seine gesamten Gerätschaften. U.a. war ein 40dB Vorverstärker mit dabei, der zum Einsatz kam. Später mehr davon.
Im März 2009 wurden dann 2*15m ECO-10 Kabel in den Shack gelegt und im April 2009 ging es dann an die Installation der Antenne. Als Erreger kam ein Doppel-Ringdipol von UKW-Berichte zum Einsatz und OM Werner DK6PP vermachte mir freundlicherweise einen 1,2m Eigenbauspiegel, den er gleich noch für die Aufnahme des Erregers umbaute.
Die Ergebnisse waren ernüchternd. Trotz genauer Ausrichtung der Antenne konnte man nur schemenhaft erahnen. Der Empfänger in meinem Transceiver war einfach nicht empfindlich genug. Also blieb mir nichts anderes übrig als einen entsprechenden Satellitenreceiver zu kaufen. Im Mai hatte ich dann einen Grundig DX mit Low Treshold und zum ersten Mal konnte ich ein Bild erahnen.
Unsere Vermutungen gingen dahingehend, daß der Spiegel einfach nicht ausreichte oder der Spiegel nicht optimal ausgeleuchtet wird. Deshalb entschied ich mich dazu einen 1,5m Spiegel von UKW-Berichte zu kaufen. Nach der Lieferung habe ich dann verschieden Spiegelpositionen ausprobiert :
Letztendlich habe ich den Spiegel dann an der bisherigen Stelle gelassen - allerdings ein wenig Elevation eingestellt.
so sah dann im Juli 2009 das Ergebnis aus :
Sendeseitig funktionierte es leider immer noch nicht. Da ich ja nur eine Antenne für Sendung und Empfang nutzte war klar, dass die Sendeantenne richtig ausgerichtet war. Ich vermutete, dass u.U. eine Baumreihe in einiger Entfernung die Ursache dafür war und entschied mich mit weiteren Tests zu warten bis das Laub abgefallen war.
Da ich empfangsseitig doch ein einigermaßen gutes Bild hatte, hörte ich das ein oder andere Mal auf dem Relais mit und meldete mich dann auch über den 70cm Rückkanal. Dadurch lernte ich einige sehr nette und vor allem sehr erfahrende OM's kennen.
Bei einem erneuten Sendetest im September 2009 musste ich dann leider feststellen, dass der Sender keine Leistung mehr abgab. Alle Versuche ihn wieder zu beleben scheiterten und deshalb entschloss entnervt ich mich ihn als defekt zu verkaufen.
Wie ich bereits zuvor beschrieben, hatte ich ja die gesamte Ausrüstung eines befreundeten OM's übernommen. Allerdings passten die Geräte aufgrund der Größe einfach nicht richtig in meinen Shack. Für die folgenden Versuche habe ich die Geräte aber installiert. Da der Sender nur ca. 300mW Ausgangsleistung macht, musste ich eine 5 Watt Endstufe mit ca. 10 dB Verstärkung installieren. Mit dieser Endstufe steuerte ich dann meine 20 Watt Endstufe an und erhielt somit ca. 16 Watt HF im Shack.
Ein grundsätzliches Problem hatte ich während der ganzen Zeit. Immer wenn ich auf 13cm sendete, brach das 23cm Bild zusammen. Aber ich hatte ja noch die Filter von dem befreundetem OM. Also eingebaut und wieder ein langes Gesicht. Die Bandpässe waren Bandsperren. Also hab ich mir einen entsprechenden Bandpass für 23cm gekauft und installiert. Aber wieder allen Erwartungen brach das Empfangsbild weiterhin zusammen, sobald ich auf 13cm auf Sendung ging.
Nach längeren Diskussionen mit den OM's auf dem Relais blieb eigentlich nur eine Möglichkeit. Die Trennung der Sende- und Empfangsantenne. Die Wahl fiel auf eine 13cm Sendeantenne von ID-Elektronik. Diese kam dann im Oktober 2009 an. Also installierte ich bei der ersten Gelegenheit diese Antenne an dem Masten mit der WHS-32 Gruppe um dann feststellen zu müssen, dass die Antenne 10mm zu breit ist und die WHS-32 sich unter ungünstigen Bedingungen in der 13cm Antenne verfangen kann. Also blieb es bei einer provisorischen Installation die aber aufgrund der Zeitknappheit nicht zum Erfolg führte.
Soweit der aktuelle Stand Mitte November 2009. Trotz erheblichen Aufwandes kein Erfolg. Allerdings ist mein Ergeiz geweckt diese Installation ans Laufen zu bekommen. Hierfür ist ein neuer Mast auf dem Haus geplant, der voraussichtlich Ende November installiert wird. Mit diesem Mast kann ich dann die Antennen ca. 2,5m höher und 3m seitlich versetzt installieren. Änderungen in der Verkabelung sind natürlich auch notwendig.
Im April 2010 war es dann so weit. Der neue Mast war installiert und das Wetter ließ es zu, dass man wieder aufs Dach steigen kann um die Antennen umzubauen. Der erste Versuch erfolgte wieder mit dem 1,5m Spiegel und das Ergebnis gab Anlass zur Hoffnung.
Also wurde der 13cm Sendespiegel oberhalb des 1,5m Spiegels installiert und ausgerichtet.
Am 24.April kam dann OM Ewald DK2DB mit einem kompletten Test-Equitment. Für diese Unterstützung möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.Dieses haben wir dann direkt unter der Antenne aufgebaut. Aber dann die Ernüchterung - selbst mit 40Watt HF-Leistung direkt unter der Antenne konnten wir das Relais nicht öffnen ! Eine genauere Analyse der Topografie ergab dann, dass ich mit grosser Wahrscheinlichkeit direkt in eine Baumreihe hinein strahle.
Eigentlich gibt es jetzt nur noch eine Möglichkeit auf ATV auch sendeseitig QRV zu werden. Die Installion der Sendeantenne direkt auf dem Hummel-Mast. Da aber hierfür erhebliche Kabelarbeiten notwendig sind, werde ich hierzu wohl im Vorfeld einen erneuten Test durchführen.
.... to be continued ...