Urlaub Korsika vom 28.06.2009 - 14.07.2009
Tja - der Jahresurlaub stand vor der Tür und wir überlegten wohin es denn gehen sollte. Eine der Voraussetzungen war dabei auch dass ein "wenig" HAM-Aktivität möglich sein sollte. So fiel die Wahl auf Korsika, welches wir dann mit unserem Wohnmobil erobern wollten.
Aufgrund der günstigen Terminlage haben wir die Anreise mit der HAM-Radio verbunden, so dass wir am 28.06 von Friedrichshafen aus Richtung Fähre Genua starteten.
Die Anreise nach Genua war schon sehr anstrengend. Je weiter wir nach Süden kamen, um so schlechter wurde die Autobahn. Die Suche nach dem Fährhafen wurde ein Chaos, da aus den Karten etc. nicht ersichtlich war, dass direkt am Hafen 2 Strassen übereinander führten. Endlich im Hafen angekommen dachten wir schon, dass wir nun ruhig die Nacht verbringen könnten. Aber weit gefehlt, denn um 22:30 Uhr wurden wir von der Polizei des Hafens verwiesen und haben die Nacht mit anderen Wohnmobilisten in einer Wagenburg außerhalb des Hafens verbracht.
Die folgende Überfahrt mit der Fähre war problemlos - lediglich ein wenig langweilig. In Bastia erwartete uns dann der erste Stau und so haben wir nur ca. 50 km Richtung Süden geschafft um dann den ersten Campingplatz anzufahren. Dieser lag wirklich mitten in einem Eukalyptus-Wald. Trotzdem konnte ich nicht widerstehen und hatte innerhalb kurzer Zeit die 20m J-Antenne aufgezogen und die Geräte installiert.
Was dann geschah, ist kaum zu beschreiben. Kaum auf 20m gerufen - schon ging das PileUp los. Einmal auf dieser Seite des PileUps zu sitzen war für mich eine neue Erfahrung aus der ich aber auch sehr viel gelernt habe. So kam es, dass ich innerhalb der ersten 2 Tage bereits mehr als 100 QSO's im Log hatte.
Nach 2 Tagen haben wir dann unsere Zelte abgebrochen um einen neuen Platz zu suchen. Unsere Wahl fiel auf den Platz "Les Eucalyptus" an der Ostküste Korsikas ca. 100 km südlich von Bastia.
Als wir dort unser Lager ausstellten, waren gerade mal 3 Wohnmobile und 2 Wohnwagen direkt am Strand. Dazu einige Zelte ca. 100m entfernt unter den Bäumen. Wir selbst standen nur ca. 40m vom Strand entfernt. Zufällig gab es auch noch entsprechende Betonpfähle an denen sich wunderbar unser 12m GFK-Mast installieren ließ.
Zu unserer KW-Ausrüstung gehörte der FT897D mit einer HLA-300 PA und der bewährten J-Antenne. Für UKW verwendeten wir unsere F9FT auf einem 7m Mast. Das ganze angefeuert durch unseren FT897D und der nachschalteten SR-200 PA. Zur Erklärung muss man vielleicht noch ergänzen, dass unser Wohnmobil über 2*85AH Wohnraumbatterien verfügt und über 12V ohne großen Spannungsverlust ca. 60A zu realisieren sind. Aufgrund der wesentlich besseren Lage stieg die Anzahl der QSO's erheblich und die 500er Marke war schnell erreicht.
Bei all dem Funkbetrieb haben wir aber die Insel selbst nicht vergessen. Mit einem Leihwagen haben wir den Südteil erkundet und unberührte Landschaften gefunden. Ob halbwilde Schweine auf der Straße, Bade-Gumpen oder dem abgebildetem Stausee. Es war kaum Betrieb und Verbotsschilder oder ähnliches fanden wir nicht. Einfach nur unberührte Natur.
Wer tagsüber die Gegend genießt, der muss halt abends funken. Also noch zusätzlich die 2m Antenne aufgebaut und los geht es. Aber das 2m Band enttäuschte uns sehr, so dass wir die Aktivitäten wieder auf das 20m Band legten.
Da uns das Wetter wirklich sehr gesonnen war, haben wir auch das wirkliche Inland erkundet. Diese unberührte Natur hat uns ein ums andere Mal überwältigt. Dabei muss man bedenken, dass der höchste Berg Korsikas immerhin ca. 2500m hoch ist.
Am 11/12.07 fand ein großer Kontest statt und wir entschlossen uns zu einer etwas ausgedehnteren Tour Richtung Westküste. Diese Seite der Insel bietet ebenfalls wirklich schöne Ausblicke. Dort liegen die vielen Badebuchten mit ihren weißen Stränden die ein Karibik-Gefühl aufkommen lassen.
Aber auch dieser Urlaub ging dann viel zu schnell zu Ende. Aber das Ergebnis war überwältigend. Mit ca. 2-3 Std / Tage Aufwand standen am Ende 1208 QSO's ( davon 1107 QSO's auf 20m ) aus 69 DXCC's im Log. Die Verbindungen gingen von Japan bis Nord- und Süd-Amerika und von Finnland bis Südafrika. Bemerkenswert ist die mit 338 QSO's sehr hohe Anzahl von deutschen Stationen die wir arbeiten konnten.
Und hier die QSL-Karte die wir auch zu diesem Anlass erstellt und den QSO-Partnern zugesandt haben.